FR Online: China holt Vogelgrippe-Hilfe

Zwölfjährige vermutlich an Virus gestorben / WHO-Konferenz - Peking/Jakarta

In China ist möglicherweise erstmals ein Mensch an der Vogelgrippe gestorben. Experten schlossen nicht aus, dass das zwölfjährige Mädchen aus der Provinz Hunan mit dem Erreger infiziert war. Sein Bruder und ein Lehrer erholten sich von der Krankheit.

China bat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) um Unterstützung. Ursprünglich hatten chinesische Behörden erklärt, das Mädchen und sein Bruder seien negativ auf den Erreger der Vogelgrippe getestet worden. Nach Angaben der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua waren sie und der Lehrer im Oktober an einer Lungenentzündung erkrankt. Alle lebten in dem Dorf Wantang oder in der Umgebung und hatten mit Hühnern Kontakt. In Wantang starben nach Behördenangaben im Oktober 545 Hühner an der Vogelgrippe. In der Provinz Liaoning setzten die Behörden die Tötung tausender Vögeln im Dorf Badaohao fort, wie Xinhua berichtete. In der Region an der Grenze zu Nordkorea wurden bereits 8940 Hühner und fast 370 000 weitere Vögel getötet. Das Gebiet liegt nach dem Bericht auf der Route von Zugvögeln.

Indonesien bestätigte zwei weitere Fälle von Vogelgrippe beim Menschen. Eine 19- Jährige aus der Stadt Tangerang bei Jakarta erlag der Krankheit, wie das Gesundheitsministerium erklärte. Ein achtjähriger Verwandter der Frau wurde im Krankenhaus behandelt. In Indonesien haben sich damit neun Menschen mit dem Erreger H5N1 infiziert, fünf von ihnen sind tot.

Mit einem Aktionsplan gegen Vogelgrippe will die Weltgemeinschaft ihren Kampf gegen die Tierkrankheit verschärfen. Der Plan soll bei einer dreitägigen internationalen Konferenz vom heutigen Montag an in Genf unter Leitung der WHO debattiert werden. Fast 700 Vertreter von Regierungen und Organisationen nehmen teil. ap/dpa

Frankfurter Rundschau online 2005
http://www.fr-aktuell.de/ressorts/nachrichten_und_politik/aus_aller_welt/?cnt=752571

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